Stadtrat Schicker, Bezirksvorsteher Wurm, Archichtekt Hawlik und DI Hutter präsentieren die Neugestaltung des Liesinger Platzes.
© Christian FürthnerPlanungsstadtrat Rudi Schicker präsentierte gemeinsam mit Bezirksvorsteher Manfred Wurm sowie den Preisträgern Architekt Andreas Hawlik und DI Barbara Hutter das Ergebnis zur Neugestaltung des Liesinger Platzes. Planungsstadtrat Rudi Schicker betonte anlässlich der Präsentation des Siegerprojektes: "Nicht nur Innenstadtplätze, auch die Bezirkszentren müssen qualitätsvoll gestaltet werden. Es freut mich, dass mit (aha) andreas hawlik architekt und hutterreimann+cejka ein junges österreichisches Architektenteam zum Zug gekommen ist. Hier zeigt sich wieder einmal, dass wir eine innovative junge Architekturszene haben. Das Projekt verspricht eine hochwertige und den Anforderungen angepasste Gestaltung des öffentlichen Raums."
Bezirksvorsteher Manfred Wurm ergänzte: "Der gesamte Liesinger Platz soll ein urbaner Platz werden, der zum Flanieren einlädt. Der grüne Anger eröffnet Spiel-
und Erholungsmöglichkeiten, bietet aber auch Platz für den Liesinger Markt. Das Konzept wird jetzt den Bürger/innen präsentiert, die ihre Vorschläge zum Projekt einbringen können."
Der Liesinger Platz ist ein Ort, wo sich alles trifft. Das Bezirkszentrum hat zahlreiche Nutzungsansprüche zu erfüllen. Es finden sich dort Wohnungen, Geschäfte, Dienstleistungseinrichtungen, Ämter, der Liesinger Bahnhof als wichtiger Umsteigeknoten, eine Park&Ride-
Anlage sowie Grün-
und Freiflächen. Der Platz selbst wird stark vom Verkehr dominiert. Ein Platzcharakter mit urbanem Leben kann derzeit nicht entstehen, da die Fußgänger/innen -
an die Ränder gedrängt -
keinen Aufenthaltsraum vorfinden. Neue Impulse für den Liesinger Platz werden künftig durch den neuen Stadtteil mit Wohnungen und Einkaufszentrum auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Liesing erwartet.
Die größte Herausforderung war, die verschiedenen Nutzungen zu entflechten und ein lebendiges Herz für Liesing zu schaffen. Der Entwurf von andreas hawlik architekt (aha) und den Landschaftsarchitekten hutterreimann+cejka wurde im Herbst 2007 unter vier Architektenvorschlägen von einer Fachkommission im Rahmen eines Verhandlungsverfahrens ausgewählt.
Das Siegerprojekt erzielt mit geringem Aufwand große Wirkung. Es werden drei vernetzte Stadträume geschaffen: ein urbaner Platz zum Flanieren an der Nordkante bis zum geplanten Einkaufszentrum ein grüner Anger in der Mitte mit Spiel-
und Erholungsflächen und Platz für den Liesinger Markt ein klassischer Straßenraum an der Südkante.
Der Liesinger Platz ist ein Verkehrsknoten -
dem entsprechend berücksichtigt die Planung die Anforderungen aller Verkehrsteilnehmer/innen. Für die Fußgänger/innen ermöglichen vier deutliche und barrierefreie Querachsen eine optimale Vernetzung der Wege. Zwei Ein-
Richtungs-
Radwege verknüpfen den Liesingbach-
Radweg mit dem Bahnhof. Die Straßenführung bleibt weitgehend unverändert. Die KfZ-
Stellplätze werden entlang der Fahrbahnen angeordnet.
Ein einheitlicher identitätsstiftender Platzbelag, ein "Bandraster" und ein einheitliches Beleuchtungskonzept helfen, den derzeit zersplitterten Liesinger Platz zu einer Einheit werden zu lassen. Differenzierte Merkmale erleichtern den Menschen die Wiedererkennung sowie Identifizierung mit dem öffentlichen Raum und schaffen unterschiedliche Aufenthaltsbereiche für verschiedene Nutzergruppen.
Im frei werdenden Bereich der Platzmitte kann der ursprüngliche Charakter des Liesinger Angers wieder entstehen. Ein elegantes Flugdach schützt den Wochenmarkt bzw. bei Veranstaltungen vor Witterungseinflüssen. Beim Flugdach gibt es einen Kiosk samt öffentlichen barrierefreien WC-
Anlagen. Der Marktplatz kann auch für Bewegungsspiele genutzt werden. Der erhaltenswerte Baumbestand wird durch zahlreiche Schatten spendende Bäume ergänzt. Die Realisierung soll 2009 stattfinden.